WER MIT
GEBRAUCHTER SOFTWARE
HANDELT, MUSS TROTZDEM AUF
DEM NEUESTEN STAND SEIN.

DAS GLOSSAR FÜR
GEBRAUCHTSOFTWARE

Das Auditing wird in der Wirtschaftsbranche verstanden als die Überprüfung interner Aktivitäten mit dem Ziel Nachweise für diese zu erlangen. In der Informationstechnologie und besonders im Bereich der Software bezeichnen Audits die Überprüfung im Rahmen von Lizenzierungen. So wird kontrolliert, ob die genutzte Software ausreichend lizenziert ist. Fraglich bleibt hierbei, ob die Hersteller rechtlich die Erlaubnis für diese Art der Überprüfung inne haben. Ganz unabhängig davon stellt ein Audit für Unternehmen, die gebrauchte Software-Lizenzen bei der PREO erworben haben, kein Problem dar. PREO Lizenzen werden bei Audits anerkannt.

Abkürzung für Certificate of Authenticity, ein Echtheitszertifikat für FPP und OEM Software.
Der Aufkleber befindet sich häufig am Computer oder auf der Produktverpackung.
Käufer sollten bei OEM Lizenzen darauf achten, dass die COAs nicht auf eine die CD/DVD geklebt wurden. Dies kann markenrechtliche Probleme bei Audits geben. Auf der sicheren Seite ist ein Käufer auch bei diesen Lizenzen, wenn die Herkunft bis zum Erstlizenzinhaber belegt werden kann.

Direktlizenzen sind Lizenzen, die direkt beim Hersteller oder einem Vertriebspartner erworben werden. Bei Softwarelizenzen besteht grundsätzlich aber kein Unterschied zwischen der Nutzung von Gebrauchtlizenzen oder Direktlizenzen.
Der Einsatz von Gebrauchtlizenzen ist aus Sicht der Ordnungsmäßigkeit also gleichbedeutend zu dem von Direktlizenzen.

Wenn eine neuere Version einer Software erworben wird, jedoch eine ältere Version der gleichen Software (Vorgänger-Version) eingesetzt wird, handelt es sich um ein Downgrade. Standardisierung auf eine Version senkt IT-Kosten und ist ein möglicher Grund für diesen Vorgang. Downgrade-fähig sind vor allem Produkte deren Lizenzen über Volumenverträge erworben wurden und Betriebssystemlizenzen.

Mit dem Begriff Downloadsoftware werden Softwareprodukte bezeichnet, die via Download ausgeliefert werden. Dabei erhält der Nutzer beim Kauf einen Lizenzschlüssel, der zur Aktivierung der installierten Software dient.
Laut dem EuGH Urteil aus 2012 können Software-Lizenzen generell weiterverkauft werden und dies unabhängig von der Art der ursprünglichen Lieferung, dies schließt auch per Download gelieferte Software ein.

Bei Einzellizenzen darf die erworbene Software im Gegensatz zu Lizenzen aus Volumenverträgen nur auf einem einzigen PC installiert und genutzt werden.

Der Erschöpfungsgrundsatz besagt, dass sich das Verbreitungsrecht eines Herstellers auf einmal mit Einverständnis des Inhabers eines Schutzrechts in Verkehr gebrauchte Kopien eines Computerprogramms erschöpft. Der Hersteller hat in der Folge keinen Einfluss mehr auf die weitere Zirkulation der Software im Markt.
In der Europäischen Union unterliegen sowohl datenträgerbasierte Software Produkte, als auch Download-Lizenzen der Erschöpfung und dürfen als Gebrauchtsoftware wiederverkauft werden.

Eine EULA (End User License Agreement/Endbenutzer-Lizenzvertrag) ist eine Lizenzvereinbarung, in der ein Softwarehersteller die Nutzungsrechte einer Software regelt.

Im Rahmen von Software-Planungen ist eine Reihe von Variablen zu beachten. Hierzu zählen unterschiedliche Lizenz- und Wartungsmodelle oder die zahlreichen verschiedenen Versionen einzelner Produkte.
Diese komplexen Strukturen führen häufig zu Unterlizenzierung oder Überlizenzierung. Die jeweilige Situation wird häufig durch SAM (Software Asset Management) Projekte oder Audits aufgedeckt. Abhilfe kann durch den Erwerb gebrauchter Software geschaffen werden, über die eine kostengünstige Standardisierung möglich ist. Ungenutzte Software lässt sich in der Regel, wenn es sich um gekaufte und nicht gemietete Produkte handelt, verkaufen und führt so zu einer Verbesserung der Liquidität.

FPP ist die Abkürzung für Full Package Product. Es handelt sich dabei um einzelne Datenträger mit Software, wie sie der Kunde im Handel kaufen kann. Diese Einzelpakete fassen in der Regel den Datenträger und die Dokumentation in einem Paket (Softwarebox) zusammen. Diese Software darf im Allgemeinen nur auf einem einzigen Rechner installiert werden (Einzellizenz). Ein Wiederverkauf ist auch hier zulässig.

Gebrauchte Software ist solche, die bereits einmal vom Hersteller, bzw. einem Handelspartner an ein Unternehmen verkauft wurde. Diese Lizenzen werden vom »Vorbesitzer« nicht – oder nicht mehr – benötigt und deshalb verkauft. Gebrauchte Lizenzen werden im Gegensatz zu Direktlizenzen nicht unmittelbar beim Hersteller oder einem seiner Distributoren erworben, sondern in der Regel bei einem spezialisierten Händler. Dieser Händler organisiert die Übertragung vom Verkäufer auf den Käufer.
Da Software sich jedoch nicht abnutzen kann, beschreibt der Begriff »gebraucht« nicht den Zustand einer Software, sondern lediglich, dass ein Vorbesitzer diese bereits besessen, bzw. genutzt hatte. Diese Software ist wie neuwertig.

Indem ein Kunde eine Software erwirbt, erhält er bestimmte Nutzungsrechte an dieser. Der Käufer erwirbt eine Kopie des Computerprogramms. Die entsprechenden Verträge enthalten detaillierte urheberrechtliche Bestimmungen und legen fest, in welchem Umfang die Software vom Einzelnutzer bzw. vom Unternehmen eingesetzt und genutzt werden kann.

Als OEM-Software (Original Equipment Manufacturer / Originalausrüstungshersteller) werden Programme zur Erstausstattung von Computern bezeichnet, die zusammen mit einem neuen PC zu einem günstigen Preis verkauft werden. Der Kunde zahlt also beim Neukauf eines Computers mit einer vorinstallierten OEM-Version weniger, als wenn er denselben PC und eine normale Verkaufsversion der gleichen Software getrennt kauft.
Diese Softwarelizenzen sind ggf. jedoch mit eingeschränkten Nutzungsrechten verbunden.
OEM-Software beinhaltet in der Regel einen Datenträger, den Echtheitsnachweis COA mit Produktkey und ggf. ein kleines Handbuch. OEM-Software kann frei wiederverkauft werden. Zu beachten sind jedoch Marken- und Urheberrechte der Hersteller.

Bei der Weiterveräußerung von gebrauchten Software-Lizenzen müssen der Verkäufer, der Käufer und der Händler die ordnungsgemäße Übertragung und den erlaubten Einsatz der Softwarelizenzen sicherstellen. Der ordnungsgemäße Lizenzübergang ist nur durch eine transparente Kommunikation zwischen allen Beteiligten zu erreichen.
Der Verkäufer der Lizenzen muss die Herkunft und damit die Rechtekette der zu übertragenden Lizenzen lückenlos nachweisen können. Der Käufer ist für die Vollständigkeit der übergebenen Lizenznachweise verantwortlich. Der Händler fungiert als Schnittstelle zwischen Verkäufer und Käufer und ggf. dem Softwarehersteller. Die transparente und rechtskonforme Übertragung von Softwarelizenzen der PREO Software AG hat sich als „Best Practice“ im Markt etabliert. Auf diese Weise wird der ordnungsgemäße Ablauf des Lizenzübergangs sichergestellt.

Microsoft veröffentlicht quartalsweise neue PURs, die jeweils die Rechte der Anwender zum Einsatz der Software definieren.

Unter Software Asset Management (SAM) wird ein Bündel an unterschiedlichen Geschäftsprozessen verstanden, mit deren Hilfe der Softwarebestand eines Unternehmens verwaltet und kontrolliert wird. Das prozessorientierte Vorgehen wird unterstützt durch Software Asset Management-Tools.

Software Asset Management Tools unterstützen die Verwaltung und Inventarisierung der im Unternehmen vorhandenen Software und Lizenzen. Bei diesem Ansatz werden die Geräte und die Anzahl der Lizenzen gezählt und miteinander abgeglichen.
Ergebnis eines SAM Projektes ist eine Lizenzbilanz mit Überhängen und Unterdeckungen an Softwarelizenzen. Dies führt in der Regel zur Rekapitalisierung ungenutzter Software. Bestehende Lizenzdefizite können kostengünstig mit gebrauchten Lizenzen ausgeglichen werden.

Mit einer Softwarelizenz als OEM, FPP oder Volumenlizenz erhält ein Anwender das Recht, ein Softwareprogramm zu installieren und zu nutzen. Für jedes Softwareprogramm, das installiert wird, benötigt man deshalb eine Softwarelizenz.

Systembuilder Lizenzen sind Einzellizenzen, die über autorisierte Zwischenhändler an Systemhersteller (System Builder) verkauft werden.
Die Produkte sind häufig günstiger als FPP und werden in der Regel – ähnlich wie OEM – in einem Bundle mit Hardware angeboten.

Überlizenzierung ist eine Form einer Fehllizenzierung, bei dem das Anwenderunternehmen am tatsächlichen Bedarf vorbei zu viele Lizenzen besitzt. Diese Lizenzen können verkauft werden und führen zu einem Liquiditätszufluß.

Unterlizenzierung ist eine Form einer Fehllizenzierung, bei dem ein Anwenderunternehmen nicht die tatsächlich benötigten Lizenzanzahl besitzt. Eine Unterlizenzierung bedingt immer ein rechtliches Risiko. Über den Gebrauchtsoftware-Markt lassen sich Unterlizenzierungen kostengünstig ausgleichen.

Mit Urheberrecht wird der Schutz eines Werks für seinen Urheber bezeichnet. Der Grundgedanke ist hierbei die Wahrung der Interessen des Urhebers. Seine Leistungen sollen geschützt und angemessen honoriert werden. Traditionell wurden Kompositionen, Gemälde, Skulpturen oder Texte als schützenswerte Schöpfungen eingestuft.
Basierend auf einer EU-Richtlinie von 1991 wurde das Urheberrecht zum Schutz von Computerprogrammen in das nationale Recht überführt. So sind z.B. in Deutschland seit Juni 1993 Computerprogramme urheberrechtlich geschützt. Software zählt in Deutschland gleichberechtigt zu den geschützten Gütern wie Literatur, Kunst oder Wissenschaft.
Durch diese rechtlichen Rahmenbedingungen erhält der Rechteinhaber den ihm zustehenden Schutz seiner geistigen Schöpfungen. Er kann über die erste Veräußerung und die Vervielfältigung seiner Werke entscheiden. Entsprechend des Erschöpfungsgrundsatzes, der ebenfalls mit der EU-Richtlinie von 1991 auch auf Software Anwendung findet, erlischt das Recht des Uhrhebers den weiteren Verkehr von Werken nach der ersten willentlichen Veräußerung zu kontrollieren.

Im Gegensatz zu Einzellizenzen erwirbt der Anwender bei Lizenzen aus Volumenverträgen (Volumenlizenzen) eine größere Anzahl an Lizenzen und bekommt das Recht eingeräumt die Software auf mehreren PCs zu installieren und zu nutzen.
In der Regel wird mindestens ein Datenträger übergeben, bzw. zum Download bereit gestellt, der gemäß den Bestimmungen des Lizenzvertrages zur Installation der Software eingesetzt werden darf – der Anwender erhält das Recht eine entsprechende Anzahl an Kopien der Software zu erstellen.

Hinter dem Begriff Zweitvermarktung oder auch Remarketing verbirgt sich der Verkauf und das Vermarkten von gebrauchten Gegenständen, wie exemplarisch IT-Hardware, Produktionsmaschinen – oder eben Softwarelizenzen.

Mit dem ersten BGH Urteil aus dem Jahr 2000 besteht die Möglichkeit, überzählige Lizenzen im Rahmen eines als Software Remarketing bezeichneten Prozesses weiter zu verwerten. Insbesondere die Industrie und der Handel haben in den letzten drei bis vier Jahren verstärkt nicht benötigte Lizenzen abgegeben und dadurch ihr IT-Budget stark entlastet. So ist es keine Seltenheit, dass Anwender durch das Vermarkten ihrer nicht benötigten Lizenzen bis zu 50 Prozent eines Lizenzprojektes gegenfinanzieren können.

    Weiterführende Links für Sie: