WER MIT
GEBRAUCHTER SOFTWARE
HANDELT, MUSS TROTZDEM AUF
DEM NEUESTEN STAND SEIN.

PREO-CEO Boris Vöge im Interview mit CRN

Im Interview mit CRN spricht preo-CEO Boris Vöge über die Entwicklung des Gebraucht-Softwaremarkts.


CRN: Herr Vöge: Wie lief das Jahr 2014 für Preo und wie ist Ihre Softwarebörse li-x gestartet?

Boris Vöge: 2014 war ein gutes Jahr für gebrauchte Software im Allgemeinen und ein sehr gutes Jahr für Preo und Li-x im Besonderen.
Preo konnte seinen Umsatz um annähernd 50 Prozent steigern. Die Zuwächse verteilen sich über alle Branchen hinweg. Dabei schöpfen wir aus einem großen Fundus an bestehenden Geschäftskontakten, die im Laufe unserer fast 10jährigen Unternehmenshistorie sorgfältig aufgebaut wurden. Preo steht heute – auch dank zertifizierter Prozesse – für ein hohes Maß an Seriosität. So entschied sich ein großer Medienkonzern beim Verkauf von 200 SQL Server 2014 Prozessorlizenzen für Preo. Zu unserem Kundenportfolio gehören immer mehr Insolvenzverwalter, die Softwarelizenzen aus ihren Verfahren von uns verwerten lassen. So gelangten über Preo in jüngster Vergangenheit beispielsweise die Lizenzen von Neckermann und Praktiker in den Wiederverkauf.
Mit li-x haben wir 2014 ein völlig neues Geschäftsmodell an den Markt gebracht: Einen Marktplatz für gebrauchte Softwarelizenzen mit börsenähnlicher Preisbildung, den es so weltweit nur einmal gibt. Die Resonanz vor allem von kleineren und mittleren Systemhäusern ist extrem positiv, was auf zwei entscheidende Vorteile zurückzuführen ist:

  • li-x bietet Zugang zu einem sichern Markt für gebrauchte Software.
  • Das Handling von gebrauchter Software ist durchaus komplex. Wir haben hierfür einen gut strukturierten und einfachen Prozess aufgesetzt, der alle rechtlichen Erfordernisse berücksichtigt.

CRN: Was erwarten Sie sich von 2015 für Ihr Unternehmen und den Markt für gebrauchte Software allgemein?

Boris Vöge: Der Markt wird 2015 weiter stark wachsen. Die Potentiale sind groß und gemeinsam mit unseren Reseller-Partnern ermöglichen wir vielen Anwenderunternehmen am erheblichen Einsparpotential gebrauchter Software zu partizipieren. Wir sehen Preo und Li-x bestens aufgestellt und ideal im Zusammenspiel.
Für 2015, spätestens 2016 erwarten wir eine Konsolidierung des Marktes. Eine Vielzahl von aktuell in den Markt strömenden, jedoch unseriösen Marktteilnehmern, wird den Markt wieder verlassen. Resellern empfehlen wir keine Software von Unternehmen zu handeln, die weder die Herkunft beim Kauf offenlegen noch diese nachweisen können (Stichwort transparente Rechtekette).
Eine zunehmende Anzahl von unseriösen Firmen verkauft reine Keys – die aber keine Softwarelizenz darstellen. Sie versuchen ihren Verkäufen durch den Verweis auf Volumenlizenzen einen seriösen Anstrich zu verpassen. Hier ist höchste Vorsicht geboten.
Um Resellern eine sichere Möglichkeit der Software-Beschaffung und des Verkaufs an ihre Kunden zu bieten, haben wir mit Li-x einen geregelten, vollkommen transparenten und sicheren Markt entwickelt. Jede Lizenz wird vor dem Handel geprüft und entspricht den Rahmenbedingungen der EuGH und der BGH Rechtsprechung. Unser Ziel ist es nun, unser Produktangebot konstant zu erweitern.

CRN: Machen Behörden und Unternehmen die von XP auf Windows 7 oder 8 umsteigen wollen aktuell noch immer einen merklichen Anteil der gebrauchten Softwarekäufe aus?

Boris Vöge: Einige Unternehmen setzen noch XP ein, jedoch hauptsächlich für Rechner ohne Internetzugang. Ansonsten werden ganz normale Erweiterungs- und Ersatzbeschaffungen – gerne auch durch Windows Upgrade-Lizenzen aus Volumenverträgen vorgenommen.

CRN: Welche Software ist denn aktuell besonders gefragt?

Boris Vöge: Die Nachfrage wird dominiert durch das jeweils aktuelle und das vorhergehende Release, bei Microsoft Office sind dies 2013 und 2010. Zudem werden Windows, Exchange und SQL Server der Releases bis 2008 in allen Varianten – von Standard über Enterprise bis zum Datacenter nachgefragt. Bei Adobe konzentriert sich die Nachfrage auf Produkte der Creative Suite 6 und der Vorversion 5.5.
Wir beobachten bei Unternehmen übrigens zunehmend das Interesse, alle handelbaren Lizenzen wieder zu verkaufen, dazu gehören hochwertige CAD/CAM Produkte, Helpdesksysteme, CRM und ERP Software und sogar Lizenzmanagement Software. Gerade auch für solche Produkte bietet Li-x in den kommenden Monaten Angebote an.

CRN: Hat Microsoft dem Gebrauchtsoftwarehandel mit dem Wechsel zu Office 365 einen Gefallen getan, da viele Kunden lieber weiterhin die klassischen Box-Pakete nutzen wollen?

Boris Vöge: Mit Mietmodellen, wie z.B. von Microsoft und Adobe, verfolgt die Softwareindustrie zwei maßgebliche Ziele:

  • Erstens soll der Customer Lifetime Value, d.h. der Ertrag aus einem Kunden für die Dauer der Geschäftsbeziehung, nachhaltig gesteigert werden. Zu diesem Zweck werden Austrittsbarrieren geschaffen, die einen zukünftigen Wechsel zu einem Wettbewerber erschweren.
  • Zweitens soll die Gross Margin, der Deckungsbeitrag für den Softwarekonzern erhöht werden. Dies ist nur zu Lasten von Händlern und Systemhäusern möglich. Ein Monopolist mit direktem Kundenzugang benötigt keinen Zwischenhandel mehr. So sind Hersteller wie Microsoft und Adobe auf dem besten Weg, den Zwischenhandel komplett auszuschalten.

Unternehmen, die sich für ein Mietmodell entscheiden, verkaufen ihre nicht mehr benötigten Lizenzen zur Refinanzierung der Mietkosten der ersten ein bis zwei Jahren. Dies ist für Unternehmen sehr interessant und senkt die Miete für einen nicht unbedeutenden Zeitraum auf Null Euro. Die in der Folge am Markt als Gebrauchtsoftware angebotenen Lizenzen verhelfen Unternehmen, die sich in keine Mietabhängigkeit begeben wollen, zu signifikanten Einsparungen für die nächsten Jahre. Die konstanten Mietkosten bleiben ihnen erspart und sie bleiben unabhängig in ihren Entscheidungen darüber, wann sie welches Software-Release einsetzen.

Für Systemhäuser und IT-Berater bietet die jetzige Marktsituation beste Voraussetzungen. Der Gebrauchtsoftwaremarkt ist ein idealer Business Enabler für Systemhäuser. Was ihnen die Softwarekonzerne verwehren ermöglichen nun Unternehmen wie Preo und Li-x, die auch gleich noch das gesamte Prozess-Know-how für die Übertragung von Software-Lizenzen zur Verfügung stellen. So sind zum Preis eines gebrauchten Office auf Li-x aktuell Microsoft Enterprise Desktop Lizenzen aus Enterprise Agreement Verträgen verfügbar, die als „all inclusive“ Lizenzen mit Office Professional, Windows Betriebssystem Upgrade und allen wichtigen CALs bisher ausschließlich von den großen License Service Providern angeboten wurden.
Reseller können sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und lassen sich vom Einkauf der gebrauchten Software bis zur Auslieferung an ihre Kunden von li-x unterstützten. Der Vorteil des Onlinemarktplatzes: das Handeln geht schnell und auf Tastendruck.

CRN: Mit Windows 10 verschenkt Microsoft erstmals ein Betriebssystem und wird auch hier wahrscheinlich eines nicht mehr allzu fernen Tages ein Mietmodell einführen. Könnte das langfristig das Ende des Marktes für gebrauchte Software bedeuten?

Boris Vöge: Der Markt für gebrauchte Software entwickelt sich ja gerade erst richtig. Mietmodelle beschränken natürlich die Marktperspektive für die jeweiligen Produkte. Betrachtet man jedoch den großen XP Migrationsstau, dann wird klar, dass z.B. Windows Betriebssysteme einen Lebenszyklus von bis zu 12 Jahren haben – Windows 8.1 wurde gerade im Winter 2014 gelauncht. 2026 schauen wir uns den dann aktuellen Markt noch mal zusammen an.

CRN: Wie groß ist die Verunsicherung bei den Kunden durch öffentlichkeitswirksame Betrugs-Fälle wie bei PC Fritz?

Boris Vöge: PC-Fritz wird nicht die letzte Firma gewesen sein, die mit Software Betrug beging. Das verunsichert natürlich den Markt. Wenn die Konsequenz eine detaillierte Prüfung dessen ist, was Anwendern und Resellern als Software-Lizenz angeboten wird, ist dies positiv zu bewerten. Betrug ist grundsätzlich zu verurteilen, kommt jedoch nicht ausschließlich in der Softwarebranche vor, auch Bremsbeläge für Kraftfahrzeuge oder Kopfhörer von Topmarken werden gefälscht. Bei besonders günstigen Angeboten ist generell Vorsicht geboten, außerdem sollten Kunden Software-Lizenzen nur verkaufen und erwerben, wenn u.a. der Erstlizenznehmer und der Ursprungsvertrag konkret benannt werden.

CRN: Wie können Reseller die gebrauchten Lizenzen ihrer Kunden bei Migrationsprojekten am besten in Kapital zurück verwandeln?

Boris Vöge: Indem Sie diese entweder für eine sofortige Einmalzahlung an Preo verkaufen oder zu einem entsprechend höheren Betrag über Li-x selbst zum Verkauf anbieten. Der Verkauf geht mit Preo und Li-x genauso einfach und sicher, wie der Kauf. Den Kontakt nimmt der Reseller am einfachsten über unsere Webseiten www.preo-ag.com und www.li-x.com mit uns auf, dort findet er auch die Telefonnummern für das direkte Gespräch.

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